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Glossar Finanzkommunikation

Die Erläuterungen in diesem Glossar zu wichtigen Begriffen der Finanzkommunikation sollen nur eine erste Erklärung der Begriffe geben und sind teilweise deutlich vereinfacht. Zur vertiefenden Lektüre bieten sich die entsprechenden gesetzlichen Abschnitte sowie Fachliteratur an.

Ad-hoc Meldung

Meldung eines Unternehmens, dass Finanzinstrumente in einem regulierten Markt in Deutschland ausstehen hat, worin es über Insiderinformationen informiert. Rechtliche Basis hierfür ist u.a. das Wertpapierhandelsgesetz (WpHG). Mit der Ad hoc Meldung soll sichergestellt werden, dass eine breite Öffentlichkeit zu den Informationen, die relevant für die Einschätzung des Unternehmens und den Kursverlauf des Finanzinstruments sind, Zugang hat. Eine Ad hoc Mitteilung hat grundsätzlich umgehend zu erfolgen. Eine Befreiung von der Ad hoc Pflicht ist zeitweise unter bestimmten Bedingungen möglich.

Aktie

Die Aktie ist ein Wertpapier, das den Anteil an einer Aktiengesellschaft repräsentiert. Die Aktionäre sind Eigenkapitalgeber des Unternehmens. Aktien können an Börsen notiert werden, dies erhöht in der Regel ihre Handelbarkeit.

Aktionär

Der Inhaber von Aktien und damit Miteigentümer (Eigenkapitalgeber) einer Aktiengesellschaft. Ihm stehen die im Aktiengesetz geregelten Rechte und Pflichten zu. Durch Finanzkommunikation und Investor Relations tritt das Unternehmen in Dialog mit seinen Aktionären und informiert sie.

Analyst

Der Name kommt von der analytischen Betrachtung von Unternehmen. Durch die Analyse der Geschäftsentwicklung sowie der Bilanzen und der Gewinn- und Verlustrechnung aber auch von Marktuntersuchungen versucht der Analyst zukünftige Kursentwicklungen abzuleiten. Zudem gibt es Analysten, die aus dem Kursverlauf in der Vergangenheit zukünftige Kursverläufe prognostizieren, mittels der technischen Analyse.

Börse

Ein organisierter Markt, an dem Wertpapiere, Devisen, Rohstoffe oder andere Güter, aber auch Devisen gehandelt werden. Die Preisbildung an der Börse entsteht durch Angebot und Nachfrage.  Beispiele für Börsen sind die Deutsche Börse, die New York Stock Exchange oder auch die London Stock Exchange.  Der Börsenhandel weist international eine Tendenz zum verstärkten Einsatz von Computern auf. Komplexität und Geschwindigkeit des Handels an der Börse haben in den vergangenen Jahrzehnten beständig zugenommen. Damit steigen die Anforderungen von Unternehmen an die Kommunikation mit Aktionären und Anleihebesitzern etc.   

Chart

Ein Chart stellt die historische Kursentwicklung z.B. einer Aktie grafisch dar. Der Chart kann zur technischen Analyse der Kursentwicklung und daraus abgeleiteten Prognosen verwendet werden.

DAX

Die Abkürzung steht für den Deutschen Aktienindex. Dieser Index bildet die Performance der 30 wichtigsten deutschen Aktientitel ab. Der DAX wurde 1988 ins Leben gerufen. Er hat internationale Bedeutung.

Dow Jones

Dieser Index bildet die Kursentwicklung der 30 wichtigsten Aktienwerte in den USA ab.

EBIT

Die Abkürzung steht für Earnings Before Interest and Taxes, also das Ergebnis vor Zinsaufwand und Steuern. Diese Kenngröße ermöglicht es, durch die Herausrechnung von Steuern und Zinsen, die internationale Vergleichbarkeit von Unternehmensergebnissen zu verbessern, da zum Beispiel nationale Steuergesetzgebungen darauf keinen Einfluss haben. Für Investoren ist das EBIT bei vielen Unternehmen eine der wichtigsten Ergebniszahlen überhaupt.

EBITDA

Die Abkürzung steht für Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization, also das Ergebnis von Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte.

Emission

Die Ausgabe neuer Wertpapiere, z.B. Aktien oder Anleihen. Gibt ein Unternehmen erstmals Aktien aus, die an der Börse gelistet werden, so spricht man vom IPO (Initial Public Offering) bzw. Börsengang. Bei Anleihen ist der Begriff Initial Bond Offering (IBO) gebräuchlich.

EPS

Die Abkürzung steht für Earnings per Share, das Ergebnis pro Aktie. Hierfür wird der Gewinn einer Aktiengesellschaft durch die Anzahl der ausgegebenen Aktien geteilt. Mit Hilfe dieses Gewinns je Aktie kann beispielsweise ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) ermittelt werden, bei dem der Aktienkurs zu den EPS in Relation gesetzt wird. Die Höhe des KGV eines Unternehmens ist eine Kenngröße für Investoren und Analysten, um die Bewertung des Unternehmens an der Börse mit der anderer Unternehmen zu vergleichen.

Finanzkommunikation

Finanzkommunikation beschreibt sämtliche Kommunikationsmaßnahmen eines Unternehmens, die den Schwerpunkt auf der Kommunikation von Finanzdaten haben bzw. auf Informationen, welche die Finanzsituation mittelbar oder unmittelbar beeinflussen. Dazu gehören Informationen über Unternehmensentwicklungen und Perspektiven. Die Finanzkommunikation adressiert Medien und Multiplikatoren ebenso wie Investoren (Investor Relations). Innerhalb eines Unternehmens ist die letztendliche Verantwortlichkeit für Finanzkommunikation häufig beim CFO (Finanzvorstand) angesiedelt. Das  Finanzressort greift dabei teilweise auf externe Dienstleister (Agenturen) zurück. Der Übergang der Finanzkommunikation zur Corporate Communication ist teilweise fließend.

Freiverkehr

Marktsegment der Börse. Im Vergleich zum regulierten Markt gelten hier schwächere Zulassungsvoraussetzungen und Folgepflichten. In Deutschland ist beispielsweise der Entry Standard als Börsensegment Teil des Freiverkehrs (Open Market).

Going Public

Steht für Börsengang, das erstmalige Angebot von Aktien an ein breites Publikum durch eine Gesellschaft. Beim Going Public ist die Kommunikation mit Investoren besonders wichtig, um den Erfolg der Transaktion zu sichern. Teil der Finanzkommunikation im Rahmen des Going Public sind Roadshows bei Investoren, Analystenpräsentationen und ein intensiver Dialog mit Medien und Meinungsbildnern. Hierbei sind in der Regel umfangreiche rechtliche  Faktoren zu beachten.

Greenshoe

Mehrzuteilungsoption. Das Angebot weiterer Aktien im Rahmen eines Börsengangs durch die begleitende Bank. Der Greenshoe wird eingesetzt, um Angebot und Nachfrage in der Emissionsphase stärker aneinander anzugleichen.

Hauptversammlung

Treffen der Aktionäre einer Gesellschaft, um über die Geschäftsentwicklung zu informieren und wichtige Beschlüsse zu fassen. Eingeladen werden hierfür alle Aktionäre einer Gesellschaft. Die Hauptversammlung kann – unabhängig von ihrer rechtlichen Relevanz – ein wichtiger Baustein in der Kommunikation mit Investoren sein.

IPO

Die Abkürzung steht für Initial Public Offering, also das erstmalige öffentliche Angebot von Aktien.

IR (Investor Relations)

Investor Relations bezeichnet die Pflege der Beziehungen eines Unternehmens zu seinen Investoren und potentiellen neuen Investoren. Investor Relations ist als Teil der Finanzkommunikation ein bedeutender Faktor hinsichtlich des Erfolgs eines Unternehmens bei Anlegern und am Kapitalmarkt. Dies belegen zahlreiche Studien. Bausteine der Investor Relations sind u.a. IR Konzepte und IR-Publikationen wie Unternehmensmeldungen (Ad hoc, Corporate News), Unternehmenspräsentationen, Finanzberichte, die Website des Unternehmens, Investoren-Roadshows und Kapitalmarktkonferenzen.

Kapitalerhöhung

Die Ausgabe neuer Aktien an bestehende oder neue Aktionäre.  Durch eine Kapitalerhöhung, die grundsätzlich gegen Barmittel oder gegen Sacheinlage erfolgen kann, erhöht sich c.p. in der Regel das Eigenkapital eines Unternehmens. Kapitalerhöhungen gegen Bareinlage haben zudem c.p. auch einen positiven Liquiditätseffekt für die Unternehmung. Entsprechend stellt eine Kapitalerhöhung ein wichtiges Instrument zur Finanzierung und zur Expansion eines Unternehmens dar. Eine Begleitung durch Dienstleister aus dem Bereich Banking und Investor Relations ist vielfach üblich.

 KGV

Die Abkürzung steht für Kurs Gewinn Verhältnis. Hierbei wird der Kurs einer Aktie durch den Gewinn pro Aktie geteilt. Die Kennziffer dient zur Beurteilung der Bewertung einer Aktiengesellschaft.

Marktkapitalisierung

Die Anzahl der ausgegebenen Aktien einer Aktiengesellschaft multipliziert mit dem Börsenkurs. Die Marktkapitalisierung drückt aus, welchen Wert der Kapitalmarkt einem Unternehmen (samt seiner Verbindlichkeiten) aktuell zumisst. Eine hohe Marktkapitalisierung ist meistens im Sinne der Aktionäre, da ihre Beteiligung am Unternehmen damit werthaltiger wird. Dabei ist wichtig, dass dieser Effekt nachhaltig ist – Finanzkommunikation ist ein Einflussfaktor zur Steigerung der Marktkapitalisierung.

Micro Caps

Von der Marktkapitalisierung sehr kleine Aktiengesellschaften, von denen zudem oftmals nur wenige Aktien am Tag gehandelt werden. Micro Caps müssen in der Regel besondere Anstrengungen unternehmen, um von Investoren und Medien wahrgenommen zu werden.

Mid Caps

Aktiengesellschaften mit einer mittelhohen Marktkapitalisierung werden als Mid Caps bezeichnet. Hierbei gibt es eine sehr große Bandbreite der Unternehmensgröße.

Regulierter Markt

Gesetzlich geregeltes Börsensegment. Dies bedeutet, dass die Zulassungsvoraussetzungen für Wertpapiere und auch die Folgepflichten aus der Börsennotierung gesetzlich festgelegt sind. Im Gegensatz hierzu steht der Freiverkehr.

Roadshow

Der Besuch verschiedener Investoren und Journalisten durch den Vorstand, um das Unternehmen zu präsentieren. Eine Roadshow kann sich über mehrere Regionen erstrecken und mehrere Tage dauern. Roadshows sollten regelmäßig stattfinden, im Umfeld von Kapitalmarkttransaktionen (Börsengang, Kapitalerhöhung, Anleiheemission) kommt ihnen besondere Bedeutung zu.

Small Cap

Aktiengesellschaften mit einer niedrigen Marktkapitalisierung. Eine Definition was als „niedrig“ zu bezeichnen ist, gibt es dabei nicht.

WKN

Die Abkürzung steht für Wertpapierkennnummer. Um den Wertpapierhandel zu erleichtern und zur genauen Identifikation erhalten die einzelnen Wertpapiere jeweils eine sechsstellige Zahl. Die WKN ist der Fingerabdruck eines Wertpapiers (Aktie, Anleihe, Zertifikat etc.). Das internationale Gegenstück der WKN ist die ISIN.

XETRA

Die Abkürzung steht für Exchange Electronic Trading System. Ein elektronisches System für den Wertpapierhandel. Heute entfällt auf XETRA der weitaus größte Handelsumsatz an Wertpapieren.

Zeichnung

Der Kauf von Wertpapieren im Rahmen eines (öffentlichen oder privaten) Angebots. Der Kauf von Wertpapieren über die Börse wird hingegen nicht Zeichnung genannt. Übersteigt die Zeichnungsnachfrage nach einem Wertpapier das Angebot, so spricht man von „Überzeichnung“.