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Besonderheiten der Anleihekommunikation

Die Zeichner von Unternehmensanleihen haben in aller Regel ein hohes Informationsinteresse, aber kein Mitspracherecht in den Unternehmen, die sie finanzieren. Daraus ergeben sich Besonderheiten der Anleihekommunikation.

Anleihekommunikation als Ersatz für Auskunftsrecht

In Deutschland haben in den vergangenen Jahren besonders mittelständische Unternehmen Anleihen, sogenannte Mittelstandsanleihen, als Finanzierungsinstrument entdeckt. Für die zeitweise Überlassung von Geld erhält der Anleihegläubiger Zinsen. Am Ende der Laufzeit ist die Rückzahlung der Anleihe vorgesehen. Als Fremdkapitalgeber steht dem Investor in aller Regel kein Mitspracherecht zu, sofern nicht besondere Regelungen getroffen wurden. Dies bedeutet, der Anleger kann auch nicht an der Hauptversammlung teilnehmen und verfügt nicht über ein Auskunftsrecht. Daher ist gute Anleihekommunikation als Ersatz für das Auskunftsrecht notwendig, um die berechtigten Informationsinteressen der Anleger zu befriedigen. Dies zählt zu den Besonderheiten der Anleihekommunikation.

Denn natürlich hat die Geschäftsentwicklung des Anleiheschuldners einen erheblichen Einfluss auf die Kursentwicklung börsennotierter Anleihe. Die Kursentwicklung von Bonds wird außerdem neben dem allgemeinen Zinsniveau durch die Einschätzung des Kapitalmarktes geprägt, ob ein Emittent in der Lage sein wird, die Anleihe pünktlich zurückzuzahlen und die Zinsen zu bedienen.

Informationsbedürfnis befriedigen

Entsprechend besteht auch bei den Gläubigern von Unternehmensanleihen ein erhebliches Informationsbedürfnis. Dies gilt nicht nur für das IBO – Initial Bond Offering, also der Platzierung der Anleihe, sondern auch für das börsennotierte Wertpapier. Aktuelle Geschäftsentwicklungen und wichtige Ereignisse sollten im Rahmen einer Anleihekommunikation adäquat publiziert werden, um das Vertrauen der Anleger zu halten und weiter auszubauen, vor allem wenn Folgeemissionen von Bonds geplant sind.

Andere Schwerpunkte in der Anleihekommunikation

Dabei unterscheiden sich die für Anleihegläubiger relevanten Kennzahlen und Botschaften signifikant von jenen des Eigenkapitalinvestors. Der Bondholder ist weniger an Wachstumsperspektiven interessiert, hat vielmehr ein erhöhtes Sicherheitsbedürfnis. Letztlich ist für ihn nur von Interesse, ob die Anleihe zurückgezahlt und die Zinsen aus den laufenden Einnahmen bedient werden können. Bilanzkennzahlen, Substanzgrößen und Cashflow-Kennziffern haben für den Anleihegläubiger und damit in der Anleihenkommunikation oft größeren Stellenwert als für den Eigenkapitalinvestor, der an den Wachstumsperspektiven eines Unternehmens interessiert ist.

Entsprechend sind als Besonderheit der Anleihekommunikation längst spezielle Anleihemedien (Magazine, Newsletter etc.) entstanden, deren besondere Informationsanforderungen bedient werden wollen. Dies gilt auch für institutionelle Bond-Investoren und für Privatinvestoren, die Anleihen halten.